Wie können die Schulen mit einer solchen Situation umgehen, inwiefern sind sie hier gefordert?
Ich glaube, dass in Fällen wie dem eben beschriebenen ein Beobachtungskonzept hilfreich ist.
Nur aus der Phänomenologie findet man die Ursache für eine bestimmte Verhaltensweise nicht heraus. Genauso wichtig sind die Begleitumstände, die Befindlichkeit des Kindes in verschiedenen Situationen, seine Rolle in der Familie, in der Schule usw.
Ein Kind kommt beispielsweise mittags von der Schule nach Hause und ist aggressiv, gegenüber der Mutter oder gegenüber den Geschwistern. Das hat unter Umständen nichts mit der Situation zu Hause zu tun, sondern das Kind hat Frustration in der Schule erlebt und jetzt kann es sie loswerden. Man kann das Kind nicht verstehen, wenn man sein Verhalten aus der familiären Situation heraus zu begreifen versucht. Man muss also ein Stück zurückgehen: Was ist an diesem Morgen passiert? Es ist oft schwierig, das zu rekonstruieren. Es kann sein, dass es überfordert war mit dem, was es machen musste; es kann sein, dass es sozial ausgegrenzt wurde, es kann sein, dass der Lehrer es ignoriert hat.
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