Wie können Lehrer und Eltern mit wirklich „schwierigen“ Kindern umgehen?

Das ist eine komplexe Frage, und zwar einfach deshalb, weil die Gründe so vielfältig sind. Wir haben in unserem Institut etwa 800 bis 1000 Kinder pro Jahr mit dieser leider häufigen Problematik. Irgendwelche allgemeine Regeln gibt es nicht.

Man muss versuchen, die Problematik unter verschiedenen Gesichtspunkten anzuschauen, um dem Kind und seiner Eigenart möglichst gerecht zu werden.


Das weist auf ein anderes Problem hin. Es ist nicht selten so, dass sich verschiedene Fachleute mit einem Kind beschäftigen. Jede Fachperson empfindet ihr Fachgebiet als das Wichtigste. Hinzu kommen noch der Lehrer und die Eltern. Wie sollen sie sich da einig werden, um eine gemeinsame Sicht von dem Kind zu entwickeln? Die allgemeine Bereitschaft, auf das Kind einzugehen, nimmt zwar zu, aber ich bin mir nicht sicher, ob man auch eine gemeinsame Sprache gefunden hat.

Ein hilfreicher Schritt ist es, einen Konsens zu finden, wie man das Kind erlebt.

Auf dieser konkreten Ebene trifft man sich leichter, z.B. wie schreibt dieses Kind, oder wie ungeschickt ist es im Freien oder in der Turnstunde. Schwieriger wird es bei der Interpretation – was ist die Ursache der Verhaltensauffälligkeit? Beispielsweise bei Aggressionen: Warum fällt es plötzlich über andere Kinder her? Da gehen die Meinungen oft auseinander. In der einen Situation reagiert es so, in einer anderen so. Kein Kind ist immer nur aggressiv. Es gibt so verschiedene Facetten eines Verhaltens, wenn man es genau betrachtet.

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