Bewegungsrichtungen und Hand-Auge-Koordination als Basis für Schreiben und Rechnen
Zum Schreiben müssen beide Bewegungsrichtungen, sowohl die im Uhrzeigersinn als auch die gegen den Uhrzeigersinn frei verfügbar sein.
Ist eine Bewegungsrichtung blockiert, so zeigt sich das nicht nur in einer schlechten Schrift, sondern hat auch noch weitere Lernschwierigkeiten zur Folge. Zum Beispiel das Verwechseln von b und d kann damit zusammenhängen. Zu dieser Verwechslung kann es sehr leicht kommen, wenn die Buchstabenbäuche, wie es bei blockierten Bewegungsrichtungen beobachtet wird, immer nur in eine Richtung gezeichnet werden.
Üblicher Weise wird beim b zuerst der Abstrich geschrieben und dann der Buchstabenbauch im Uhrzeigersinn gezogen,
während beim d zuerst der Buchstabenbauch gegen den Uhrzeigersinn gezogen wird und dann der Abstrich dazugesetzt wird.
Auf diese Weise werden b und d vom Muskelgedächtnis als unterschiedliche Bewegungsformen geankert und können leichter differenziert und abgerufen werden.
Hand-Augen-Koordination
Diese Teilleistung stellt einen ganz wesentlichen Baustein für viele Lernprozesse dar. Fürs Schreiben ist die Bedeutung der Hand-Augen-Koordination leicht nachvollziehbar, sie hat aber auch fürs Rechnen eine wichtige Funktion. Die Entwicklung des mathematischen Denkens erfolgt in vier Stufen. Die erste Stufe, wie mathematische Aufgaben aufgenommen und gelöst werden, ist die Stufe des konkreten Handelns.
Ist die Hand-Augen- Koordination nicht gut ausgebildet, so erhält das Kind in dieser Grundstufe des mathematischen Denkens ungenaue Informationen, die das weitere mathematische Denken negativ beeinflussen.